Königswinterer Str. 37 a - D-53227 Bonn
Tel. +49-228-976396-0 - Fax +49-976396-12
GARCINIA-CAMBOGIA-EXTRAKT
Arten der Gattung Garcinia sind in Südasien und im tropischen Afrika verbreitet. Früchte, Samen, Blätter und Holz einzelner Arten oder deren Extrakte finden als Medizinaldrogen oder zu technischen Zwecken Verwendung (HOPPE, 1975). Die Fruchtschalen der in Südindien vorkommenden Art Garcinia cambogia gelten als eßbar, sind jedoch für einen direkten Verzehr zu sauer. Hingegen werden getrocknete Schalen der Früchte als Bestandteil von Curry-Mischungen und zusammen mit Salz zum Einlegen von Fisch verwandt, Aufgüsse der Schalen werden in der Volksmedizin eingesetzt. Als Haupt-Fruchtsäure enthalten die Früchte (-)Hydroxy-Citronensäure (LEWIS, 1965). (-)Hydroxy-Citronensäure ist ein effektiver Inhibitor der Fettsäuresynthese (LOWENSTEIN, 1971), und zwar dadurch, daß sie den Nachschub an Acetyl-Coenzym A, dem Baustein, woraus die Fettsäuren aufgebaut werden, blockiert. Acetyl-Coenzym A wird in den Mitochondrien gebildet, kann aber die Mitochondrien-Membran nur nach Reaktion mit Oxalacetat als Citrat passieren. Nach dem Einströmen in den Zellraum wird das Citrat durch das Enzym Citrat-Lyase wieder in Acetyl-Coenzym A und Oxalacetat zurückverwandelt. (Das Oxalacetat kehrt in Form von Zwischenprodukten wieder in die Mitochondrien zurück). Ist Hydroxy-Citrat anwesend, wird die Rückspaltung verhindert. Das Hydroxy-Citrat lagert sich - wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Citrat - an die Citrat-Lyase an, kann aber nicht wie dieses zerlegt werden, sondern blockiert lediglich das Enzym. Dieses steht deshalb nicht mehr zur Spaltung von Citrat zur Verfügung, mit der Folge, daß der Acetyl-Coenzym-A-Nachschub stockt. Dadurch steigt die Konzentration des Citrats an, bis dessen Transport aus den Mitochondrien zum Stillstand gekommen ist. Es wird vermutet, daß der Rückstau an Metaboliten zu einer erhöhten Glycogen-Synthese führt, was wiederum die Nahrungseinnahme vermindert. (SULLIVAN 1976). Hydroxy-Citrat wirkt somit auf der Stoffwechselebene und setzt nicht wie klassische Appetitzügler am Zentralnervensystem an. Tatsächlich erniedrigt Hydroxy-Citrat die Nahrungsaufnahme bei mageren (SULLIVAN, 1964) und übergewichtigen (GREENWOOD, 1981) Ratten, Mäusen (SULLIVAN, 1977) und Hühnern (CHEE, 1977). Zugleich wurde bei Verfütterung von Hydroxy-Citrat an Ratten eine signifikante Hemmung der Cholesterin- synthese festgestellt (SULLIVAN, 1972). Hydroxy-Citrat als Futterzusatz reduzierte bei Ratten die Futtereinnahme in den ersten sieben Wochen des Versuchs, aber nicht mehr in den folgenden sieben Wochen (SULLIVAN, 1977). Jedoch fand in dieser zweiten Phase der Normalisierung keine übermäßige Futteraufnahme statt. Eine Kompensation der verminderten Einnahme während der ersten Versuchsphase erfolgte also nicht. Die in Garcinia cambogia enthaltene Hydroxy-Citronensäure bildet als Gamma- Hydroxy-Carbonsäure leicht unter Wasserabspaltung ein Lacton, d.h. einen inneren Ester aus. Deshalb von Instabilität zu sprechen, ist jedoch nicht richtig, da die Veresterung eine Gleichgewichtsreaktion ist, die leicht umkehrbar ist, etwa durch Erhöhung der Wasserkonzentration oder durch Entfernung (etwa Metabolisierung oder Neutralisation) der Hydroxy- citronensäure. Da das Calciumsalz der Hydroxycitronensäure unlöslich und deshalb leicht herzustellen ist, wird der Rohextrakt meist mit Calcium- hydroxyd hydrolysiert, neutralisiert und durch Trocknen in ein leicht verarbeitbares Pulver überführt mit Gehalten von 50 bis 65% Hydroxycitronensäure.
Literatur
CHEE, H., ROMSOS, D.R.,
LEVEILLE, G.A., 1977: J. Nutr., 107,112
HOPPE, HEINZ A., 1975: Drogenkunde, Band 1, de Gruyter, S. 521
LEWIS, Y.S., NEELAKANTAN S., 1965: (-)Hydroxycitric acid - the principal acid
in the fruits of Garcinia cambogia. Phytochemsitry 4:610-52
LOWENSTEIN, J.M., 1971:
Effect of (-)Hydroxycitrate on Fatty Acid Synthesis by Rat Liver in Vivo. J.
Biol. Chem., 246, 629
SULLIVAN, A.C.,
SULLIVAN, A.C., TRISCARI,
J.,
SULLIVAN, A.C., TRISCARI,
J., 1976: "Possible Interrelationship Between Metabolite Flux and
Appetite" in D. Novin, W. Wywicka, G. Bray Eds., Hunger: Basic Mechanisms
and Clinical Implications, Raven,
SULLIVAN, A.C., TRISCARI, J., 1977: Am. J. Clin. Nutr., 30, 767
Anregungen, Fragen, Mitteilungen? Klicken Sie hier, um uns eine email zu schicken.