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KREBSSCHUTZFAKTOREN IN DEN BLÄTTERN NICHT_FERMENTIERTEN TEES

(GRÜNER TEE, CAMELLIA SINENSIS)

In epidemiologischen Studien findet sich in Gegenden mit hohem Konsum an Tee eine verminderte Krebsinzidenz (OGUNI, 1992). NAKAMURA (1992) zeigt, daß der inhibitorische Effekt bei der neoplastischen Transformation von Mäusezellkulturen bei Extrakten aus grünem Tee ausgeprägter als bei schwarzem Tee ist und daß dabei neben der niedermolekularen Catechin-Fraktion auch höhermolekulare, nicht dialysierbare Komponenten eine Rolle spielen. In der Catechin-Fraktion zeigen vor allem (-)Epigallocatechin-Gallat (EGCG) und (-)Epicatechin-Gallat (EGC) inhibitorische Wirkung (OSAWA, 1992). XU (1992) verglich die Wirkung von 2%iger Tee-Infusion, 560 ppm EGCG in Wasser, 1120 ppm Coffein in Wasser und reinem Trinkwasser bei Mäusen mit induzierter Tumorgenese. Die Tumormultiplizität (durchschnittliche Anzahl Tumoren je Maus) wurde durch die Tee-Infusion um 45%, durch das EGCG um 30% und durch das Coffein nur wenig, aber signifikant gegenüber der Kontrollgruppe reduziert. TAO SHI (1994) fand, daß EGCG als starker Inhibitor der 4-(methylnitrosamino)-1-(3-pyridyl)-1-butanone-Oxidation und DNA-Methylierung in vitro wirkt. Extrakte von grünem und schwarzen Tee reduzierten in vivo die Methylierung von Lungen-DNA nicht, wohl aber die Multiplizität von induzierten Lungentumoren. Die Polyphenole aus grünem Tee (EGCG. ECG, Theaflavine) haben auch einen cholesterin- und blutdrucksenkenden Effekt. Zugleich scheinen sie die Aktivität der Alpha-Amylase zu inhibieren (HARA, 1992), was die geringere Gewichtszunahme von Mäusen bei Tee- und Coffeineinnahme erklären könnte (XU, 1992). WANG (1992) beschreibt, daß Extrakt von grünem Tee die Entwicklung von Hauttumoren bei Mäusen nach UVB-Bestrahlung und 12-O-Tetradecanoylphorbol-13-acetat-Gabe inhibierte. Zahl und Größe der durch UVB-Bestrahlung und Gabe von 7,12-Dimethylbenzanthracen induzierten Hauttumoren wurde durch grünen Tee-Extrakt gleichfalls vermindert.

Literatur

HARA, Y. et al., 1992: The Effects of Tea Polyphenols on Cardiovascular Diseases. Preventive Medicine 21, 333

NAKAMURA, Y. et al. 1992: Inhibition of in Vitro Neoplastic Transformation by Tea Ingredients. Preventive Medicine 21, 332 OGUNI, I. et al., 1992: Protection against Cancer Risk by Japanese Green Tea. Preventive Medicine 21, 332

OSAWA, T. et al. 1992: Tea Polyphenols as Antioxidants. Preventive Medicine 21, 331

TAO SHI, ST. et al., 1994: Effects of Green Tea and Black Tea on 4-(Methylnitrosamino)-1-(3-Pyridyl)-1-butanone bioactivation. Cancer Research 54, 4641-4647, September 1, 1994

XU, Y. et al., 1992: Effects of Green Tea and Its Components on Lungtumorigenesis Induced by a Tobacco-Specific Nitrosamine. Preventive Medicine 21, 331

WANG, Zh.J. et al., 1992: Inhibitory effect of Green Tea in the Drinking Water on Tumorigenesis by Ultraviolet Light and 12-O-Tetradecanoylphorbol-13-acetate in the Skin of SKH-1 Mice. Cancer Research 52, 1162-1170, March 1, 1992



 
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