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PU ERH TEE


Pu Erh Tee ist benannt nach Stadt und Bezirk Pu Erh (auch Puerh oder Puer, Über die Schreibweise herrscht keine Einigkeit) in der chinesischen Provinz Yunnan, einem Tee-Verteilungszentrum, wo dieser Tee auf den Markt kommt. Produziert wird er in den Bergen der Grenzregion nach Tibet hin, und zwar aus einer urtümlichen, besonders großblättrigen Variente des Teebaums (Camellia sinensis, Varietät "Dayeh"). über die Herstellmethode herrscht viel Unklarheit. In CHOW & KRAMER (1990) heißt es, daß Pu Erh "halb fermentiert sei wie Oolong-Tee, jedoch für längere Zeit". Tatsächlich handelt es sich bei Pu Erh Tee um einen nachfermentierten Tee: Getrockneter (grüner) Tee wird angefeuchtet und einige Monate lang in Lagerhäusern unter bestimmter Luftfeuchtigkeit und Temperatur gelagert. Die eigentliche Fermentationszeit beträgt drei Monate, woran sich eine Lagerzeit von ein bis zwei Jahren anschließt. Es scheint, als ob die klimatischen Bedingungen der feuchten Bergregion des chinesisch-tibetanischen Grenzgebietes (besonders die Regionen Xishuangbanna und Simao am Fluß Lacang) ursprünglich mehr oder minder zwangsläufig zu dieser besonderen Fermentation geführt haben, wenn nur der Tee lange genug aufbewahrt wurde. Früher waren deshalb auch Aufbewahrungs- (Fermentations-) Zeiten von 5 bis 10 Jahren
üblich, die sich heute verkürzen lassen, da die Fermentation gezielt eingeleitet wird. Dennoch gilt in China auch heute noch Pu Erh Tee als umso wertvoller, je länger er gelagert wurde (in der Praxis kann das bis zu 20Jahren betragen), dies natürlich ganz im Gegensatz zu grünem oder schwarzemTee, die beide umso besser sind, je frischer sie sind. Nach chinesischer
Tradition hat Pu Erh Tee mit einem leichten Schimmelüberzug die besteQualität und die stärkste Heilwirkung. In den Tee-Blättern ist meistens derMikroorganismus Aspergillus niger in erheblicher Zahl nachweisbar (SANO,1986), der möglicherweise für die Fermentation mitverantwortlich ist.Aspergillus niger ist ein für industrielle Fermentationen vielfach verwandterOrganismus (z.B. zur Zitronensäureherstellung), der aber auch pathogen wirken kann (Aspergillose der Haut und Lunge), weshalb in Europa in den Handelkommender Pu Erh Tee zuvor einer Keimreduzierung unterzogen worden sein sollte. Früher wurde Pu Erh Tee aus den Bergen Yunnans in Rückenkörben in die Stadt Pu Erh geschafft, heute transportieren Lastkraftwagen den Tee über steileBergstraßen mit zahlreichen Haarnadelkurven zu den Märkten.Von Alters her wird dem Pu Erh Tee eine Heilwirkung nachgesagt, er istdeshalb auch in dem klassischen chinesischen Werk Pen Chaw Kang Mu (ungewisseSchreibweise, auch: Ben Cao Gang Mu Shi Yi) von LI (1596) erwähnt. In der modernen wissenschaftliche Literatur wird Pu Erh Tee bislang nur selten und eher am Rande genannt. Die einzige verfügbare seriöse Arbeit über speziell PuErh Tee stammt von SANO (1986). Sie befaßt sich mit der Auswirkung von Pu ErhTee auf den Fettstoffwechsel von Ratten. Pu Erh Tee senkte, erwartungsgemäß,wie grüner Tee, die Plasma-Cholesterinwerte, darüber hinaus, im Gegensatz zugrünem Tee auch die Triglycerid-Werte. Das Körper-Gewicht derPu-Erh-Tee-Gruppe war vermindert, ebenso das Gewicht des Abdominal-Fett-gewebes dieser Gruppe. In dem Fettgewebe wurde eine signifikant erhöhteAdrenalin-induzierte Lipolyse-Aktivität festgestellt, die den Abbau desTriglycerids im Gewebe bewirkt und somit die Gewichtsreduktion erklärt.Die Wirkung des Pu Erh Tees war unabhängig von seinem Alter, d.h. zwei Jahreabgelagerter Tee war genauso wirksam wie 20 Jahre gelagerter Tee.Vom weiteren Untersuchungsergebnissen liegen nur inoffizielle Informationen vor. So sei in Frankreich (St. Antoine Hospital in Paris) bei Einnahme von drei Tassen Pu Erh täglich während eines Monats eine Blutlipidsenkung von 13% festgestellt worden, ein Befund, der in einer Studie der Freien Universität Berlin (1983) nicht bestätigt werden konnte (nach CHOW & KRAMER, 1990, ohne genaue Zitate).Nach einer nicht zugänglichen chinesischen Untersuchung sei der cholesterin-senkende Effekt von Pu Erh Tee besser als der von Clofibrate.



Literatur


CHOW, K., KRAMER I, 1990: All the tea in China, China Books and Periodicals,Inc. p. 155 f.

LI, SHI-ZHEN, 1596: Pen Chaw Kang Mu, Peking

SANO, M. et al., 1986: Effects of pu-erh tea on lipid metabolism in rats. Chem Pharm Bull (Tokyo) 1986 Jan;34(1):221-8

 

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