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TRIBULUS TERRESTRIS

 Eine Literaturübersicht

T. terrestris L. (Zygophyllaceae) ist ein einjähriges Kraut, 10-50 cm hoch, mit dornigen, bitter schmeckenden Früchten. Die Früchte sind als Arzneidroge im chinesischen Arzneibuch (1985) aufgefuehrt. Sie werden in der klassischen chinesischen Medizin als Tonikum bei Neurasthenie und Übelkeit eingesetzt, ausserdem als Adstringens bei Entzündungen der Mundschleimhaut. Die übliche Dosierung beträgt 7 bis 10 Gramm (KEYS, 1976).

TOMOWA et al. (1981) berichten über eine Steigerung der Spermatogenese in männlichen und der Fruchtbarkeit in weiblichen Ratten, hervorgerufen durch Steroide aus den Wurzeln von T. terrestris.

T. terrestris enthält Steroidsaponine, welche beim hydrolytischen Abbau das Sapogenin Ruscogenin liefern (TOMOVA et al., 1974), und wird auch zur kommerziellen Gewinnung von Ruscogenin verwendet. Ruscogenin ist ein sogenanntes Venentherapeutikum und hat eine antiödematöse, venenkontrahierende und entzündungshemmende Wirkung (Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, 1993).
Nach MILES (1994) enthält Tribulus-Extrakt die Glycoside der Sapogenine Diosgenin, Yamogenin, Epismilagenin, Tigogenin, Neotigogenin, Gitogenin und Neogitogenin im Verhältnis 10:7:1:11:7:35:25.
Verschiedene Autoren beschreiben Vergiftungserscheinungen vor allem bei Schafen, welche T. terrestris in teilweise großen Mengen und über laengere Zeit (beim Fehlen anderer Futterquellen) aufnehmen. Insbesondere lokomotorische Störungen (BOURKE, 1984) und phototoxische Erscheinungen (GLASTONBURY et al., 1984) wurden beobachtet. BOURKE und Mitarbeiter (1992) stellten die Vermutung auf, daß die lokomotorischen Störungen auf Harman-Alkaloiden beruhen, welche in geringen Mengen im T. terrestris-Kraut enthalten sind.

Eine klinische Studie zur Wirksamkeit von T. terrestris-Saponinen bei koronarer Herzkrankheit wurde von chinesischen Medizinern durchgeführt (WANG et al., 1990). Die mit T. terrestris behandelte Patientengruppe zeigte eine geringere Wahrscheinlichkeit von erneuten Angina-pectoris-Attacken und bessere EKG-Werte als die Kontrollgruppe. Positive Auswirkungen auf die Koronardurchblutung konnten nachgewiesen werden. Nebenwirkungen konnten auch bei langdauernder Anwendung nicht beobachtet werden.
 
 

 
 
 
 

Literatur:

BOURKE, C.A., Staggers in sheep associated with the ingestion of Tribulus terrestris. Aust. Vet. J. 61:360-363 (1984)
BOURKE, C.A., Stevens, G.R., and Carrigan, M.J., Locomotor effects in sheep of alkaloids identified in Australian Tribulus terrestris. Aust. Vet. J. 69: 163-165 (1992)
GLASTONBURY, J.R., et al., A syndrome of hepatogenous photosensitisation, resembling geeldikkop, in sheep grazing Tribulus terrestris.
Aust. Vet. J. 61:314-316 (1984)
Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis, 5. Auflage, Bd. 9, Springer Verlag, Berlin 1993.
KEYS, J.D., Chinese Herbs; C.E. Tuttle, Rutland (VT) and Tokyo, 1976
MILES, C.O. et al., 1994: Photosensitivity in South Africa. VII. Chemical composition of biliary crystals from a sheep with experimentally induced geeldikkop. Onderstepoort J. Vet. Res. 1994 Sep;61(3):215-22
TOMOWA, M., et al., Steroidsaponine und Steroidsapogenine. IV. Saponine aus Tribulus terrestris. Planta Med. 25: 231-237 (1974)
TOMOWA, M., et al., Steroidal saponins from T. terrestris with a stimulating action on the sexual functions.
Int. Conf. Chem. Biotechnol. Biol. Act. Nat. Prod. 3: 298-302 (1981)
WANG, B., Ma, L., and Liu, T., 406 cases of angina pectoris in coronary heart disease treated with saponin of Tribulus terrestris. Chung Hsi I Chieh Ho Tsa Chih (ISSN 0254-9034), 10: 85-87 (1990)
YAN, W., et al., Steroidal saponins from fruits of Tribulus terrestris. Phytochemistry 42: 1417-22 (1996)
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